
Titel für die Ewigkeit
Zwei Titel für die Deutsche Rentenversicherung Bund
Hier der Bericht
Als einst die Böhsen Onkelz davon sangen, dass "nichts für die Ewigkeit" sei, konnten sie vermutlich nicht in so weite Ferne schauen. Denn als die letzten unserer Spieler in den frühen Stunden des Tages - dem Morgen graute noch - deutlich verspätet an der Sporthalle Vollersdorfer Straße ankamen und noch "diese Lieder hörten", die sie am Abend bei der BSG-Weihnachtsfeier im Rahmen eines Karaoke gemeinsam zelebrierten, zog ein denkwürdiger Tag herauf, der mit teilweise noch scheinwerfergroßen Augen am Horziont erspäht wurde. Lieder von Depeche Mode wurden meines Wissens am Abend nicht gesungen, aber das mit Dave ist ja ein Thema unserer Volleyballherde - Käse, schreib einfach weiter so - die Randsportart findet Deine Berichte gut
!
Zurück zum eigentlichen Thema. Jedenfalls schickte sich unsere BSG-Rumpftruppe an, sich in die Annalen der Fussballgeschichte zu spielen und in die Reihe der SpVgg Fürth (1914, Deutsches Kaiserreich), des Dresdner SC (1944, Deutsches Reich) und von Hansa Rostock (1991, Deutsche Demokratische Republik) einzureihen. Denn bei der letztmalig ausgetragenen Kreismeisterschaft für Freizeimannschaften des KFA Gera wurde ebenfalls ein Titel vergeben, den es wohl vermutlich nie wieder geben wird, da es ab dem kommenden Jahr dann den Fußball-Großkreis als neue Struktur geben wird. Der diesjährige Titel hatte ob seines Ewigkeitsbestandes also schon eine ganz besondere Bedeutung.
Mit sieben mehr oder weniger ausgeschlafenen und teilweise vorerst nur körperlich anwesenden Unerschrockenen traten wir dann also an, um uns trotz des vorabendlichen Exzesses so teuer wie möglich zu verkaufen. Angetreten waren für die BSG Falk R., Sylvio K., Jan H., Thomas M., Heiko L., Andreas K. und Ronny M.. Im Rahmen der Begrüßung der angereisten Mannschaften stellten sich folgende Teams der Austragung dieser letzten Freizeitmeisterschaft in der Halle: Freizeitteam ´94, HSV Lusan, Phoenix 1991, Wema-Kicker, BSG BfA Gera, Traktor Roben, VW-Team, Team vital.
Leider musste bereits bei der Begrüßung festgestellt werden, dass nicht alle Freizeitmannschaften so eine Turnierausschreibung richtig lesen konnten, oder aber die Bedeutung von Freizeit mit "heute mal freie Zeit" verwechselten. Dank hier an den Sportfreund W. Droigk, der noch bei der Begrüßung mit deutlichen Worten auf die Nichtzulassung aktiver Spieler hinwies. Fairnesshalber gab er den Betroffenen die Möglichkeit der Selbstanzeige, bevor er selbst die entsprechenden Spieler benannt hätte, die ihm aufgrund seiner langjährigen tätigkeit im KFA Gera bekannt waren. Auf einmal war Traktor Roben aus dem Turnier, denn trotz einer Anzahl von 10 angereisten Spielern, war diese Mannschaft jetzt nicht mehr in der Lage, ein Team aus 5 Spielern auf den Platz zu bringen. Nach heftigen Diskussionen mit der Turnierleitung wurde vereinbart, dass die Mannschaft ausserhalb der Wertung zumindest ihre Spiele machen darf.
Wissend, dass es nun in unserem ersten Spiel ohne Druck nur noch darum ging, uns in das Turnier zu finden, die Augen halbwegs zu öffen und die Beine zu sortieren, begannen wir gegen eben diese Traktoristen konzentriert und mit Übersicht. Und das mit dem Beinsortieren stellte sich dann auch als äußerst notwendig heraus, nachdem Ronny - vom Odem seiner Mitspieler total vernebelt - feststellen musste, dass es tatsächlich möglich ist, mit dem Oberkörper schneller als mit den Beinen zu sein, was dann in einen intensiven Bodenkontakt mündete.
Dennoch lagen wir in einem teilweise ruppigen Spiel, dass trotz der jungen Aktiven weitgehend auf Augenhöhe stattfand, ziemlich schnell mit 2:0 im Rückstand. Doch nach einem übersichtlichen Pass von Andreas auf Thomas hämmerte dieser aus gut 12 Metern zum verdienten Anschluß ein. Mit verstärktem Druck wäre uns in der Folge fast noch der Ausgleich gelungen, aber 10 Minuten sind eben auch nicht so eine wahnsinnig lange Zeit, so dass uns hier das Ende der Spielzeit zuvorkam. Aber aufgrund der Wert(ungs-)losigkeit dieses Matches spielte die Niederlage hier keine Rolle.
Im nächsten Spiel war dann aber ein Sieg gegen das bislang noch nie in Erscheinung getretene VW-Team Pflicht. In diesem Spiel, in dem wir dem Grunde nach nie wirklich in ernsthafte Bedrängnis kamen, konnten wir uns auch souverän durchsetzen. Nach einem schnell zur Grundlinie gelaufenen Eindribbeln passte Ronny zurück auf Sylvio, der das Leder im Tor unterbrachte und uns somit 1:0 in Führung. Als Andreas kurz darauf das 2:0 erzielte war die Partie gelaufen. Der Gegner ergab sich zwar nicht bedingungslos seinem Schicksal, musste aber durch Jan noch das 3:0 hinnehmen.
Gegen den letzten Gruppengegner, die Mannschaft von Vital, genügte uns jetzt bereits ein Unentschieden, um den Gruppensieg perfekt zu machen, qualifiziert für das Halbfinale waren wir hier bereits. Wir begannen druckvoll und konnten auch ganz gute Chancen herausspielen. Allerdings stand da zwischen den Pfosten ein wirklich überragender Torhüter, der Alles was sich auf sein Gehäuse zubewegte, irgendwie abwehren konnte. Mitte des Spiels erhöhte der Gegner den Druck, so dass wir uns dann mehr auf die Ergebnisverwaltung und das Kontern beschränkten. Mit dem Endstand von 0:0 standen wir dann als Gruppensieger fest und konnten die Erfüllung der Pflicht festhalten. Ab jetzt war es wie immer in KO-Spielen nur noch die Kür.
Im Halbfinale trafen wir nunmehr auf den Zweitplatzierten der anderen Staffel, den HSV Lusan. Diese Spiele gegen diesen Gegner sind traditionell von sehr knappen Ergebnissen geprägt. Da beide Mannschaften um diese Tradition wussten, war das Spiel stark von taktischen Zwängen beeinflusst, wobei jede Mannschaft das Hauptaugenmerk auf die Vermeidung eigener Fehler legte. So stand es dann auch bis zur 9 Minute 0:0, bevor Heiko aus einem Gewurschtel in zentraler Position heraus unverhofft wieder in Ballbesitz kam und blindlings einfach mal abzog und zum 1:0 einnetzte. Leider mussten wir fast im Gegenzug, nach einem schnell gespielten Einwurf und platziertem Schuß in die untere linke Ecke, den Gegentreffer hinnehmen, auf den unmittelbar der Abpfiff erfolgte. Also musste jetzt der Fußballgott, die eigenen Nerven und das Glück entscheiden. Der Verantwortung des 7-Meter-Schießens stellten sich Keeper Falk, Jan und Sylvio, die auch alle drei sicher ihre Schüsse verwandelten. Da der zweite Schütze des Gegners seinen Schuß nicht erfolgreich unterbringen konnte, konnten wir den Einzug in das Endspiel feiern.
Hier trafen wir dann erneut auf die Vital-Truppe, auf die wir bereits in der Gruppenphase getroffen waren. Ausgehend davon, dass das Finale von beiden Seiten kämpferisch intensiver geführt werden würde, agierten wir hochkonzentriert und die Zweikämpfe aggressiver führend. Bereits in der zweiten Minute hatten wir durch eine Unachtsamkeit des Gegners eine gute Schußchance durch Ronny, dessen Schuß allerdings vom wiederum starken Torhüter pariert wurde. In der Folgezeit gelang keiner Mannschaft viel Zählbares, da beide defensiv überzeugend arbeiteten. Erst kurz vor dem Ende gelang es uns nochmal eine gute Chance herauszuarbeiten, die allerdings ebenfalls nicht den Weg ins Tor fand und im Gegenzug fast noch den Siegtreffer für den Gegner herbeiführte. Der lang geschlagene Ball konnte allerdings vom weit vor dem Tor stehenden aber zurückeilenden Falk noch so abgelenkt werden, dass er lediglich das Quer-Aluminium traf. Unmittelbar darauf folgte der Abpfiff und die Entscheidung musste erneut im 7-Meter-Schießen fallen.
Auch hier traten unsere drei Erfolgreichen an. Falk verwandelte souverän und schaute danach so intensiv in des Gegners Augen, dass dieser den Ball an die Latte knallte. Jan hatte leider ein wenig die Richtung verloren und schoß daneben, so dass es wieder Unentschieden stand. Sylvio und sein nachfolgender Gegenspieler verwandelten ihre Schüsse. Ab nun ging es im Eins gegen Eins weiter. Falk trat erneut an und verwandelte auch seinen dritten 7-Meter des Tages. Der Gegner war ebenfalls erfolgreich. Jetzt justierte Jan seinen Fuß ein wenig nach, traf wieder nicht das Tor, dafür aber den Pfosten, der dann aber den Rücken des Torhüters für ein vielversprechendes Ziel hielt und den Ball eben dorthin lenkte. Von dort prallte er dann doch noch in die Maschen und wir lagen wieder in Führung. Da Falk danach nochmals seine "Ich schau Dir in die Augen"-Taktik anwandte, gelang dem Gegner erneut nur ein Lattentreffer und die Partie war zu unserem Gunsten entschieden.
Wir waren Hallenkreismeister der Freizeitmannschaften des Fußballkreises Gera und hatten somit unseren Titel für die Ewigkeit errungen, was wir im Anschluß noch mit den bei der Siegerehrung erhaltenen Getränken angemessen feierten. Da der Sportsfreund und Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung Bund Marcel L. vom HSV Lusan als Torschützenkönig des Tages ausgezeichnet wurde, konnte die Firma an diesem Tage gleich zwei Titel für sich verbuchen.
Für die nun anstehende Zwischenrunde, an der wir als gerscher Vertreter teilnehmen werden, wurde bereits eine weitgehend analoge Vorabendtaktik angedacht. Offen ist bislang lediglich, wer wann wo und wie feiern gehen wird.
Zum offiziellen Bericht des KFA Gera>
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Quelle Fotos: Jens Lohse
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Kommentare
Schöner Bericht!