
Immerhin nicht Letzter!
Mittagstief verhindert bessere Platzierung
Bärlin! Bärlin! Wir fahren nach Bärlin! Die oft kopierte und selten erreichte BSG BfA Berlin lud auch im Jahre 2012 wieder zu einem, nämlich "ihren" Hauptstadtturnier ein. Stammleser dieser illustren Kolumne werden sich sicherlich dunkel daran erinnern (wenn nicht - auch nicht schlimm, weil eigentlich egal): ziemlich genau vor zwei Jahren fand unsere BSG Berlin Turnierpremiere statt. Damals erspielten wir einen 12. Platz. Ziel- bzw. Platzvorgabe unseres Trainerstümpers gab es diesmal so richtig keine. Er versuchte allerdings Kapitel eins seines Motivationsheftchens in die Tat umzusetzen und köderte Bob (der neuerdings liebevoll "Böbchen" von uns genannt wird) mit der möglichen Erlaubnis eine "dicke und fette" Havanna auf der Rückfahrt in des Trainers neuem Auto rauchen zu dürfen. Dazu musste allerdings mindestens Platz fünf erreicht werden. Für alle ungeduldigen Leser hier ein "wie geht die Story aus"-Tipp: Bisher wurde noch kein Latschenkiefergestankneutralisierungsduftbäumchen im Fordi entdeckt.
Wir fuhren dieses Mal quasi in der letzten Notbesetzung in die Max-Schmeling-Nebenhalle. Mit nur einem "richtigen" Mittelblocker und ohne Sekt Vernichtende Wechselfrau waren im Vorfeld die Zeichen nicht gerade auf Turniersieg gestellt. Den Willen konnte der Herde aber wirklich niemand absprechen - aber mitten in der Thüringer Ferien- und Geburtstagszeit und dazu noch ein parallel stattfindendem Cluseo Konzert ließ die Herdentieranzahl merklich schrumpfen. Sechs plus Trainer war also das Resultat der Reiseplanung. Aber immerhin nahmen wir die Einladung auch unter größten Anstrengungen an. Scheinbar (oder auch nicht; reine spekulative Vermutung) erging es wohl auch anderen Mannschaften so - die Teilnehmerzahl beim diesjährigen Turnier pegelte sich auf 12 (im Gegensatz zu 19 von vor zwei Jahren und 20 geplante) ein.
Gespielt wurde in der Vorrunde in zwei Gruppen a sechs Mannschaften. Die drei Gruppenersten sollten im Anschluss in einer Zwischenrunde die Plätze 1-6 ausspielen. Analog die Vorgehensweise für die Vorrundenplatzierten 4-6 um die Plätze 7-12. Zwei Frauen auf dem Feld war Pflicht, gespielt wurden 2 x 10 Minuten. Wie auch schon beim letzen Mal auch dieses Mal ohne Schiedsrichter, d.h. die Mannschaften mussten sich bei strittigen Situationen selbstständig einigen.
Unser Wochenendfahrplan war wie folgt:
1. Anreisestart am Freitagnachmittag
2. Trinkgelage mit Bärliner Herdenfans am Freitagabend
3. Samstag: Turnier gewinnen
4. Samstagabend: Heimreise wegen diversen Terminen am Samstagabend bzw. Sonntag
Schon der Freitag startete eher suboptimal: durch die "blöde" Avus-Baustelle trafen wir deutlich verspätet am Mauerparkhostel ein und um dann auch noch feststellen zu müssen, dass die Tiefgarage voll belegt war. Das bedeutete Parkplatzsuche mitten in Prenzlberg. Na Super! Gefühlte Stunden später machte sich die Herde dann ohne Trainer (Migräne) zum meet and greet mit langjährigen Herdenbewunderern auf den Weg. Laut Augenzeugenberichten war es ein schöner, lustiger und geselliger Abend in einer netten Runde mit netten Leuten. Gelacht wurde wohl jedenfalls viel. Getrunken natürlich auch. Und geguckt - aber das ist ein anderes Thema...
Unsere Entspanntheit am Turniertag war schon sehr beeindruckend - um nicht zusagen: merkwürdig und ungewöhnlich. Laut Veranstalterinfo sollte die Begrüßung zwischen 09.00 und 09.30 Uhr stattfinden. Die Herde betrat "pünktlich" um fünf Minuten nach neun die Halle um auch schon mitten in die Begrüßungsrunde aller Mannschaften zu platzen. Fast ein bisschen peinlich. Aber nur fast. Nach diversen Basecampsuche, Umziehaktionen und Ballaufpumpaction war es dann auch schon 09.30 Uhr. Ilse war noch „uf Klo“ und musste quasi von dort direkt auf das Feld gezogen werden. Wir hatten natürlich das erste Spiel und keinerlei (ich wiederhole: keinerlei) Erwärmung. D.h. unser erste Volleyballhallenkontakt nach über einem halben Jahr im Sand, startete
mit kalten Knochen. Ich befürchtete schlimmstes, wurde aber von der Herde positiv überrascht. Gegen die Fischermann's Friends aus Lübeck erreichten wir einen klaren 2:0 Satzsieg. Und das kalt und ja, ich wiederhole mich. Aber als alter Erwärmungsmuffel fühlte ich mich in meiner Meinung bestätigt: Erwärmung wird überbewertet!
Spiel zwei des Tages ging gegen die BSG BfA Berlin 1. Mannschaft. Wir waren klarer Außenseiter. Ist doch die BSG Berlin in Sachen BSG Volleyball in Berlin (und nicht nur da) eine Macht. Auch das wir in der Berliner Mannschaft das ein oder andere GTW Büvo-Panther Gesicht wiedererkannten, half nicht wirklich für unsere Beruhigung. Aber immerhin: es gab Trash-talk vor dem Spiel. Dem Käse sein Spezialgebiet! Natürlich war er dann auch Hauptakteur des Netzscharmützels. Wurde er doch gefragt: "was machst du denn auf dem Feld, dich habe ich ja noch nie spielen sehen, kannst du das überhaupt?" Er konterte mit einem "pffff, gegen euch Pfeifen, kann sogar ich mitspielen. Das wird leicht". Der Gegnerische Mittelblocker mischte sich noch ein und fragte "ob er über meinen Block oder an der Seite vorbeischlagen soll". Käse konterte lässig mit einem "du kannst alles probieren, es wird dir nicht helfen". Was für ein Spass (für beide Seiten)! Wir verloren den ersten Satz deutlich mit 13:21. Aber immerhin gewannen wir nach großem Kampf den zweiten Satz mit 18:17. Das Punkt 18 für die Herde ausgerechnet der großmäulige Trainer erbäääääämt hat, kann sich kein Hollywooddrehbuchautor besser ausdenken. Was für ein Spass (schon wieder)!
Die nächsten drei Spiele liefen nicht ganz so toll für uns. Unsere begrenzten Wechselmöglichkeiten, die fehlenden Pausen zum durch schnaufen und die Hitze in der Halle, ließen uns dann doch an unsere Grenzen stoßen. Wir beendeten die Vorrunde auf dem vierten Platz und spielten somit um die Plätze 7-12.
Was danach folgte war die Turnierweite Mittagspause. Und was danach folgte war die Zwischenrunde mit zwei Spielen. Und wer eins und eins zusammenzählen kann und obendrein die Herde kennt, wird ahnen: es folgte nichts Gutes. Uns erwischte der Mittagsblues mal wieder in seiner ganzen Wucht. Zum Teil Teilnahmslos gaben wir uns dem Spiel hin, wir kämpften nicht; wir wehrten uns nur gegen den sofortigen Mittagsschlaf auf dem Hallenboden. Die Gegner ließen sich natürlich nicht lange bitten und schickten uns mit nur einem Satzgewinn aus zwei Spielen auf den letzten Platz der Zwischenrunde. Dies bedeutete für uns: Spiel um Platz 11. Oder aber auch: wenn's nicht besser wird, wird's der letzte Platz!
Immerhin zeigte die Herde eine Reaktion und erspielte wenigstens den vorletzten Platz. Dank einer couragierten Leistung im letzten Spiel gewannen wir locker und leicht mit zwei zu null.
Fazit, Ausblick und alles Weitere:
Platz 11 von 12 klingt erst mal nicht so gut. Fakt ist aber auch: ohne ein einziges Hallentraining und in Notbesetzung war das Ergebnis gar nicht mal so schlecht. Um des Randsportlers Kloppo‘s Trainerworte zu zitieren: "mit der Leistung kann ich arbeiten". Und genau so ist es: für das erste Hallenturnier der Saison war unsere Spiel relativ stabil und gefestigt - darauf lässt sich für die Hallensaison 2012/2013 aufbauen.
Als nächstes Highlight folgt am 03.09.2012 das "battle of Gera"! Auch da wird sich zeigen müssen, wie die Herde mit Ausfällen umgehen kann. Unser Stargoalie und Rückhalt der letzten Aufeinandertreffen mit den Randsportlern muss passen und ist nicht verfügbar. Auch werden die Volleyball in diesem Jahr ohne jegliche Unterstützung der Federballer die Fussballer in das Tal der Tränen schießen müssen. Es läuft also auf ein reines Volleyballer vs. Fussballer Duell heraus. Keine leichte Aufgabe! Aber: "wer nicht kämpft hat schon verloren"! In diesem Sinne: zieht euch warm an ihr Fussballer! ![]()
Die Statistik:
Vorrunde:
BSG BfA Gera - Fischerman's Friends (DRV Nord) 18:13; 23:15
BSG BfA Gera - BfA Berlin I 13:21; 18:17
Tatzentratzler - BSG BfA Gera 14:15; 19:14
BSG BfA Gera - Kreuzfeuer Berlin 13:19; 14:16
Tharandter Borkenkäfer - BSG BfA Gera 20:15; 22:14
Zwischenrunde:
BSG BfA Gera - BSV United Kiel 0:2
BSG BfA Gera - Fischerman's Friends 1:1
Spiel um Platz 11:
BSG BfA Gera - Kreuzfeuer MTV Immensen 2:0
Die Mannschaft:
Chrissi, Dorle, Hansi-Roy, Böbchen, Björn, Dirk, Käse
Fans: Mike, Sid, Betty, Herman, 2. blinder Maulwurf
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Kommentare
hier ist wieder euer Mike. Ihr kennt mich noch aus Filmen wie, "Ich geh auch ins Tor - kommt ex nix druff".
Sagt mal Fans, hat die Chefin im vorletzten Bild Rücken?
wenigstens nicht Letzter. Nur bereue ich es jetzt noch weniger nicht dabei gewesen zu sein, weil bei den ganzen Linien auf dem Hallenboden, wird man ja plemm plemm.
Welche ist denn da für Volleyball gedacht?